Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„A Time to Love and a Time to Die“ / „Zeit zu leben und Zeit zu sterben“

USA, 1958

Bewertung: 3.5 von 5.

Im gleichen Jahr wie „Das Wirtshaus im Spessart“ spielte Liselotte Pulver in der amerikanischen Verfilmung von Erich Maria Remarques gleichnamigen Roman „Zeit zu leben und Zeit zu sterben“ die Arzttochter Elisabeth Kruse, die sich in den auf Fronturlaub von der Ostfront befindlichen Wehrmachtssoldaten Ernst Graeber (John Gavin) verliebt.
Remarques Roman wurde bei seiner Veröffentlichung vier Jahre zuvor in Deutschland seitens des Verlags teilweise gekürzt und verändert, und auch die Verfilmung übernimmt diese Änderungen.
Buch wie Film beginnen an der Ostfront, wo der mit seiner Truppe auf dem Rückzug befindliche Wehrmachtssoldat Ernst vor seinem Fronturlaub widerwillig an der Erschießung einer als Partisanen angeklagten Gruppe Zivilisten teilnehmen muss.
Zurück in seiner Heimatstadt findet er diese größtenteils zerbombt vor, so auch sein Elternhaus. Bei der Suche nach seinen Eltern lernt er die Arzttochter Elisabeth kennen und die beiden verlieben sich.
Bis in die Nebenrollen mit zahlreichen deutschen Schauspieler*innen besetzt von Charles Regnier und Dieter Borsche über Klaus Kinski bis Barbara Rütting und Agnes Windeck erzählt Regisseur Douglas Sirk, der 1937 selbst aus Deutschland geflohen war, eine Geschichte über Hoffnung in Zeiten des Krieges, aber auch über die Verantwortung des Einzelnen in einem totalitären Systems.
Für meinen Geschmack ist das Ganze trotz der tollen Schauspielleistungen und aufwendigen Inszenierung etwas zu sehr Melodram, um mich wirklich zu berühren, die Dialoge etwas zu gekünstelt, auch wenn sie die richtigen Fragen stellen. Da sind mir Wolfgang Staudtes Auseinandersetzungen mit dem Thema, wie z.B. „Rotation“ oder „Der Untertan“ oder Bernhard Wickis „Die Brücke“ als Anti-Kriegsfilm deutlich näher.



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