Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„The Intruder“ / „Weißer Terror“

USA, 1962

Bewertung: 5 von 5.

Im Mai 1962, sieben Monate vor „Wer die Nachtigall stört“ (für den Gregory Peck in seiner Rolle als Strafverteidiger eines der Vergewaltigung eines weißen Mädchens angeklagten Schwarzen den Oscar gewann), veröffentlichte Roger Corman mit „The Intruder“ einen Film, der sich zwar ebenfalls mit Rassismus und den Unruhen um die Aufhebung der Segregation in den USA beschäftigte, allerdings könnten die Filme kaum unterschiedlicher sein.
Während Robert Mulligans Gerichtsdrama ein großer finanzieller Erfolg wurde, fuhr Corman mit „The Intruder“ seinen ersten Flop ein.
Der in schwarz-weiß gedrehte Film um den charismatischen Fremden Adam Cramer, der in einer kleinen Stadt im Süden der USA die Bevölkerung gegen ein neues Gesetz aufhetzt, nach dem Schwarze Jugendliche nun auch die High School der Stadt besuchen dürften, wurde von der Kritik hochgelobt, wegen des Mutes dieses Thema so schonungslos anzusprechen, doch es war wohl nicht das, was das Publikum von Corman, dem König der Monster-, Grusel- und Sci-Fi-B-Movies erwartete.
Dabei hat Corman zusammen mit Drehbuchautor Charles Beaumont in der Figur des Adam Cramers eines seiner vielleicht erschreckensten Monster geschaffen, perfekt besetzt mit dem damals noch unbekannten William Shatner in seiner ersten Hauptrolle (und einer seiner besten Rollen überhaupt): auf den ersten Blick äußerlich charmant und sympathisch, jedoch innerlich zerfressen von rassistischem Hass, den er durch Intrigen und Reden, deren Wortwahl uns auch heute noch unangenehm bekannt vorkommt, unter den Bewohnern der Stadt zu verbreiten weiß.
Die etwas ältere deutsche DVD des Vorzeige-Labels „Subkultur Entertainment“ ist noch günstig zu bekommen und dürfte von sehr guter Qualität sein, ich hatte mich jedoch für die in Frankreich erschienene Blu-ray entschieden, die die eindringlichen Schwarzweiß-Bilder noch etwas besser zur Geltung bringt.
So oder so eine klare Empfehlung für alle, die sich für die filmische Aufarbeitung des Themas interessieren oder die ‚James T. Kirk‘ mal von seiner fiesen Seite kennenlernen wollen.



Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Olivers Filmwelten

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen