Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Nobody 2“

USA, 2025

Bewertung: 4 von 5.

Die Fortsetzung des Überraschungshits um den von Bob Odenkirk verkörperten Ex-Auftragskiller Hutch beginnt mit ein paar augenzwinkernden Reminiszenzen an den ersten Teil.
Hutch ist back-on-the-job, muss er doch die Schulden bei seinem alten (und neuen) Auftraggeber abarbeiten, indem er wieder Aufträge ausführt, was dazu führt, dass er sich mehr und mehr von seiner Familie entfremdet. Ein gemeinsamer Urlaub in einem Ferien-Ressort an der kanadischen Grenze soll für gemeinsame Erholung und Erinnerungen sorgen.
Wer wie ich Ilja Naischullers „Nobody“ noch gut vor Augen hat (weil ich ihn kürzlich nochmal mit großem Vergnügen geschaut habe), wird bemerken, dass der Tonfall des Films ein anderer ist. Zwar ist Gewalt hier immer noch die Lösung aller Probleme und wird entsprechend ausgiebig zelebriert, was jedoch fehlt neben dem Überraschungsmoment des ersten Teils sind dessen subversive, fast ein bisschen zynisch-reaktionäre Anklänge.
Alles ist hier (wie so oft bei Fortsetzungen) etwas größer, lauter, bunter und konstruierter sowie versucht witziger, aber zum Glück nicht wie z.B. beim 4. Teil von John Wick unnötig in die Länge gezogen.
Was nicht auch heißen soll, dass der Film des indonesischen Action-Regisseurs Timo Tjahjanto („The Night Comes for Us„, „The Big 4„) keinen Spaß machen würde. Es gibt wie gewohnt eindrucksvoll inszenierte Nahkämpfe und die eine oder andere fiese Gewaltspitze, mehr Ironie als im ersten Teil und obendrauf Sharon Stone als wunderbar böse Kartell-Chefin, der ich sogar gerne noch mehr Screentime gegönnt hätte.
Allein Christopher Lloyd tritt für meinen Geschmack etwas zu sehr in den Hintergrund, aber der Gute wird ja demnächst auch schon 87. Dass er immer noch mit sichtbarem Spaß vor der Kamera steht (übrigens auch in der 2. Staffel von „Wednesday„) ist allemal Grund zur Freude.
Und um mal für 89 Minuten den Alltag hinter sich zu lassen und zusammen mit Hutch aufgestaute Wut und Ängste abzubauen, eignet sich „Nobody 2“ ganz hervorragend und das bestimmt auch noch bei einer zweiten Sichtung.



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