Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Bring Her Back“

USA, 2025

Bewertung: 3.5 von 5.

Nach dem Tod ihres Vaters kommen die Stiefgeschwister Andy und Piper vorübergehend bei der Sozialarbeiterin Laura unter bis Andy alt genug wäre, um die Vormundschaft für seine stark sehbehinderte jüngere Schwester zu übernehmen. Mit der Zeit bekommt Andy jedoch das Gefühl, dass Laura einen Keil zwischen die Geschwister treiben will, um Piper bei sich zu behalten. Hat es etwas damit zu tun, dass sie vor kurzem ihre eigene Tochter verloren hat? Und welche Rolle spielt der extrem verschüchterte Junge Oliver, der ebenfalls bei Laura lebt?
Nachdem vor und während des Vorspanns verwackelte Videoaufnahmen von seltsamen Ritualen über den Bildschirm flackerten, nimmt sich der zweite Film der Zwillingsbrüder Danny und Michael Philippou anschließend erfreulich viel Zeit, um uns seine Figuren näher zu bringen bevor der Horror zuschlägt.
Sally Hawkins („The Shape of Water„) ist dabei brillant als undurchsichtige Sozialarbeiterin Laura, und Billy Barrat und die auch im wirklichen Leben blinde Sora Wong in ihrer ersten Filmrolle spielen das Stiefgeschwisterpaar mit großer Intensität und Glaubwürdigkeit.
Schön ist auch, dass die blinde Schwester eben nicht nur als Plotdevice herhalten darf, sondern ihre eigene Geschichte und Charakter-entwicklung bekommt.
Der Schwachpunkt des Films sind für mich leider seine krassen Schock- und Ekelmomente, nicht etwa weil sie schlecht gemacht wären (ganz im Gegenteil), sondern weil ich sie für völlig überflüssig halte und sie zu sehr vom eigentlichen Bedrohungsszenario ablenken.
Fast scheint es als hätten die Regisseure der Wirkung ihrer Hauptfigur (und der Darstellungskraft ihrer Darstellerin) nicht vertraut.
So ist der Film für mich daher gerade dann am schwächsten, wenn er seine eigentlich hervorragend inszenierte und gespielte psychologische Ebene verlässt und sich der Effekthascherei hingibt. Ich bin ein großer Freund von gut gemachten Spezialeffekten, die auch wehtun, aber hier empfand ich sie einfach als fehl am Platze.
Schade, denn als Psychothriller mit übersinnlichen Elementen funktioniert der Film ganz wunderbar, viel besser noch als der erste Film der Brüder, „Talk to Me„.



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