USA, 1991
In ihrem zweiten Spielfilm „Dogfight“ setzte sich die Regisseurin Nancy Savoca nach „True Love“ erneut mit den Ausprägungen von Machismo und Misogynie in der amerikanischen Gesellschaft auseinander und vereinte dafür zwei der vielversprechendsten Schauspieler*innen ihrer Generation: den nur zwei Jahre später leider viel zu früh verstorbenen River Phoenix und die wunderbare, hauptsächlich in Independent-Produktionen auftretende Lili Taylor.
Im November 1963 wollen der 18jährige Eddie Birdlace (River Phoenix) und seine Kumpels bevor sie am nächsten Tag nach Vietnam in den Krieg ziehen noch ein letztes Mal zusammen feiern. Sie beschließen am sogenannten „Dogfight“ teilzunehmen, bei dem die Teilnehmer versuchen das hässlichste Mädchen als Date für die Party zu finden.
In einem Cafe lernt Eddie die unscheinbare Rose (Lili Taylor) kennen und beschließt, sie zu der Party einzuladen. Doch kurz bevor sie dort ankommen, bekommt er ein schlechtes Gewissen.
Eingebettet in die Geschichte einer sich langsam entwickelnden Zuneigung erzählt die Regisseurin von den Zwängen des Macho-Kults unter jungen Marines und entlarvt gnadenlos das misogyne Bro-Gehabe.
Dass Lili Taylors Rose dabei als der komplexere Charakter erscheint (was sich auch in ihrem deutlich akzentuierten Spiel zeigt), verdeutlicht zusätzlich das Gefangensein von River Phoenix‘ Eddie in seinen Männlichkeitsvorstellungen, aus denen er erst ganz am Ende wirklich ausbrechen kann.
Mit „Dogfight„, der damals völlig an mir vorbeigegangen ist, ist Nancy Savoca einer der ehrlichsten und schönsten „Liebesfilme“ der 90er gelungen, weitab von den üblichen Teenie-Komödien und Rom-Coms, die die hier kritisierten Verhaltensweisen ja bis heute leider viel zu oft eher verharmlosen oder sogar romantisieren.

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