USA, 1968
Vixen ist nicht nur ein amerikanischer Slang-Ausdruck für eine sexuell offenherzig auftretende Frau, sondern auch der Name der Titelheldin aus Russ Meyers 1968 entstandenem Erotik-Film. Der erste im Übrigen, der ein X-Rating wegen seiner freizügigen Sexszenen bekam.
Natürlich ist das alles kein Hardcore und selbst nach späteren Softcore-Maßstäben sieht eins hier recht wenig. So waren es wohl vor allem die Idee einer lesbischen Sexszene und die Verführung ihres Stiefbruders durch Vixen, die die Gemüter der Zensoren erhitzten.
Spannend dabei ist, dass die sexuelle Selbstbestimmtheit und Freizügigkeit der Titelfigur, gespielt von Erica Gavin, nicht unbedingt negativ dargestellt wird.
Sie stürzt nicht wie die Femme Fatale des Film Noir die Männer ins Unglück, nein, ganz im Gegenteil, sie rettet indirekt sogar eine Ehe, indem sie mit beiden Ehepartner*innen getrennt Sex hat (und der Mann dabei nebenbei lernt, was einer Frau gefällt und die Frau entdeckt, was sie mag).
Darf diese Sequenz schon als augenzwinkernder Seitenhieb auf das Erotik-Genre verstanden werden, ist die Duschszene zwischen Vixen und ihrem Stiefbruder sowohl dialogtechnisch als auch inszenatorisch pures Parodiegold. Wie bei jeder guten Parodie nimmt Meyer das Genre selbst aber trotz allem ernst.
Die Kamera hat er hier wie so oft selbst übernommen und beweist erneut ein Auge für ganz eigene Bildkompositionen, die in der jüngst veröffentlichten 4K-Restaurierung durch das Museum of Modern Art in aller ihrer Farbenpracht ganz wunderbar zur Geltung kommen.
Und im letzten Drittel wird der Film dann noch zur spitzzüngigen Satire auf Rassismus und den amerikanischen Kommunismus-Wahn.
Alles in allem 70 Minuten großer Spaß, von dem sich viele spätere Erotik-Komödien, gerade auch aus Deutschland, mehrere Scheiben abschneiden können.

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