Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Mulholland Drive“

USA, 2001

Bewertung: 2.5 von 5.

Schon als „Mulholland Drive“ damals herauskam verstand ich die ganze Aufregung nicht, sondern war enttäuscht, erschien mir der Film eher wie eine unnötige Zitatensammlung oder gar stellenweise schlechte Parodie seiner vorherigen Werke. Dabei war es immer die Tatsache gewesen, dass sich die einzelnen Stationen in Lynchs Schaffen, bei allen wiederkehrenden Motiven, von seinem Debüt „Eraserhead“ über „Der Elefantenmensch„, meinen persönlichen Lieblingen „Blue Velvet“ und „Twin Peaks“ bis zu „Lost Highway“ immer wieder frisch, neu und anders anfühlten, die mich so faszinierte.
Mulholland Drive“ gilt vielen als ihr Lieblingsfilm von Lynch und auch in Listen der besten Filme aller Zeiten spielt er regelmäßig ganz weit oben mit. Erstaunlich, handelt es sich doch eigentlich um eine von den Produzenten abgelehnte Pilotfolge zu einer neuen (aber dann nie realisierten) Fernsehserie, die Lynch durch Nachdrehs und Umschnitte ins Spielfilmformat hinüber gerettet hat.
Die Geschichte um eine junge Schauspielerin (Naomi Watts), die eine Frau (Laura Harring) bei sich aufnimmt, die nach einem Autounfall an Amnesie leidet, holt mich auch jetzt bei der Neusichtung nur bedingt ab. Ja, Naomi Watts Performance ist großartig (und hat ihre Karriere verdientermaßen angekurbelt), aber die meisten anderen Figuren lassen mich völlig kalt (oder nerven mich) und ihre Geheimnisse locken mich nicht im Geringsten.
Über „Wild at Heart„, der andere Lynch-Film der so gar nicht meins ist (um es vorsichtig auszudrücken), kann ich mich wenigstens ausgiebig und leidenschaftlich aufregen (z.B. über die angestrengt wirkenden Provokationen durch die aufgesetzte Gewaltdarstellung), doch die Momente in „Mulholland Drive„, die in mir mehr als nur Desinteresse hervorrufen, kann ich an einer Hand abzählen. Wäre er tatsächlich der Pilotfilm zu einer Serie geworden, hätte ich danach vielleicht weitergeguckt, weil es Lynch ist, aber nicht weil mich die Handlung oder sonst irgendwas gecatcht hätte.
Und so wandert die 4K-Disc der Vollständigkeit halber in die Sammlung, ob ich sie aber noch irgendwann mal in den Player schieben werde, ist mehr als fraglich.



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