Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Cannibal Mukbang“

USA, 2023

Bewertung: 4 von 5.

Angesichts des Titels „Cannibal Mukbang“ und vor allem des Plakatmotivs hatte ich eine blutig-überdrehte Splatter-Komödie erwartet, wurde jedoch mit einer eigenwilligen und bitter-süßen Horror-RomCom überrascht, in der die titelgebenden Elemente gar nicht so sehr im Vordergrund stehen, wie eins vermuten könnte.
Der introvertierte Mark lernt eines Tages Ash kennen, die ihren Lebensunterhalt mit Mukbang verdient, einem aus Südostasien stammenden Trend, bei dem Menschen sich dabei filmen, wie sie große Mengen Essen zu sich nehmen. Zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine Beziehung, doch eines Nachts muss er feststellen, woher das Fleisch für die Videos tatsächlich stammt…
Die Regisseurin und Drehbuchautorin Aimee Kuge lässt ihren beiden Figuren dabei ganz viel Zeit zueinander zu finden, bevor es ans Eingemachte geht, aber selbst dann verkommen die für das geringe Budget des Films erstaunlich gelungenen Effekte nie zum Selbstzweck, sondern ordnen sich stets der Geschichte unter.
Und die hat einen durchaus ernsten Hintergrund, schneidet sie doch Themen wie Feminismus und Allyship, Selbstjustiz und Bro-Code an.
Die beiden noch relativ unbekannten Hauptdarsteller*innen April Consalo und Nate Wise machen ihre Sache wirklich gut, genauso wie Kameramann Harrison Kraft, dem etliche tolle Bilder gelingen, die maßgeblich zur Stimmung des Films beitragen.
Die 103 Minuten des Films vergehen auf jeden Fall wie im Flug und bevor sich eins versieht, ist der sympathische, kleine Independent-Film auch schon zu Ende und hat eindeutig Appetit gemacht auf weitere Filme von Aimee Kuge.



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