Großbritannien, 1990
Dieser Film wird für mich auf ewig verbunden bleiben mit dem empörten Ausruf eines Freundes angesichts der Bemerkung eines anderen Freundes, dass das sei ja ziemlicher Blödsinn, was man da sehe, woraufhin er sinngemäß antwortete: „Das ist kein Blödsinn! Das ist Science Fiction!„
Nun genau genommen handelt es sich bei Richard Stanleys Debütfilm um eine eigenwillige Mischung aus Post-Apokalypse und Cyberpunk.
Zu Beginn sehen wir einen einsamen Wanderer (dargestellt von Fields of the Nephilim-Frontmann Carl McCoy, der für die Rolle offensichtlich gleich einen Teil seines typischen Bühnenoutfits mitgebracht hat), der in einer wüstenartiger Landschaft Schrottteile sammelt, darunter den Kopf und die Hand eines Roboters, die später in den Besitz des ehemaligen Soldaten Mo gelangen.
Dieser schenkt, da es gerade Weihnachten ist, den Roboterkopf seiner Freundin Jill, einer Künstlerin, die ihn umgehend in ihr neustes Kunstwerk verbaut.
Als sich herausstellt, dass der Kopf zu einem ehemaligen Kampfroboter M.A.R.K 13 gehört, ist es auch fast schon zu spät für Jill und Mo…
„Hardware„, in Deutschland leicht gekürzt unter dem deutlich markigeren Titel „M.A.R.K 13“ veröffentlicht, weiß auch heute noch durch die stimmungsvollen Bilder des Kameramanns Steven Chivers zu begeistern, der es mit geschickt eingesetzten Farbfiltern bestens versteht dem Film eine ganz eigene Stimmung zu verpassen.
Hinzu kommen die für Stanley frühe Werke typische starke und selbstbewusste Frauenfigur, diesmal verkörpert von der sympathischen Stacey Travis, die ansonsten leider fast nur in Seriengastrollen zu sehen war, sowie knackige, handgemachte Spezialeffekte und eine detailverliebte Ausstattung, die den Film teurer erscheinen lässt als er tatsächlich war.
All das macht „Hardware“ zu einer kleinen, damals schon viel zu wenig beachteten Genreperle, die von Umbrella Entertainment in Australien nun eine würdige Veröffentlichung in 4K mit zwei Büchern, Poster und Postkarten im Schuber bekommen hat, die ihren Preis mehr als wert ist. So gut hat dieser Film noch nie ausgesehen, sowohl auf dem Schirm als auch verpackungstechnisch.
Zeit für eine deutsche Neuveröffentlichung, die letzte (damals auch mit toller Ausstattung) liegt schon zehn Jahre zurück.

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