USA, 2025
Ein Mann und eine Frau rennen splitterfasernackt durch einen Wald, offensichtlich auf der Flucht vor einem Verfolger. Nur dumm, dass dieser eine Armbrust hat und damit verdammt gut zielen kann…
Ob er auch das viel beschworene Fliegenauge getroffen hätte, klärt der Film nicht, aber den nicht minder imponierenden Treffer in ein bestimmtes Körperteil des Mannes dürfen wir aus nächster Nähe „bewundern“.
Außerdem dumm, dass der Film damit seinen krassesten Splattereffekt und Schockmoment genauso direkt am Anfang verschenkt (und wir auf weitere unendlich lange warten müssen) wie seinen besten Twist, nämlich dass es sich bei beschriebener Szene um einen Ausschnitt aus dem neusten Buch des Schriftstellers Diego handelt, den er seiner Frau Sage während der Autofahrt zu einem angemieteten Wochenendhaus vorgetragen hat. (Huch, jetzt habe ich glatt gespoilert… Entschuldigung bitte!)
Kurz nachdem die beiden es sich vor Ort gemütlich gemacht haben, taucht ein zweites Pärchen auf, das ebenfalls das Haus übers Wochenende gebucht hat, und nach kurzer Diskussion entscheiden sie sich, das Haus gemeinsam zu nutzen.
Wer sich bei der Ausgangssituation an „Barbarian“ erinnert fühlt, hat nicht nur recht, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit auch schon den besseren der beiden Filme gesehen.
Wo Zach Creggers „Barbarian“ von Anfang an eine zunehmend bedrohliche Stimmung aufzubauen vermag, plätschert Mercedes Bryce Morgans „Bone Lake“ nach dem fulminanten Auftakt lange Zeit vor sich hin. Zudem verspricht der Film ständig Dinge, die er nicht einlöst, enttäuscht die Erwartungen des Publikums einfach nur anstatt gekonnt mit ihnen zu spielen.
Außerdem ist er mal wieder ein schönes Beispiel für das seltsame Verhältnis zwischen der Darstellung von Gewalt und Sex in amerikanischen Filmen. Die anfänglich beschriebene Nahaufnahme (auf die ich gut hätte verzichten können) ist für die Filmemacherin augenscheinlich kein Problem, aber die Sexszenen sind so verklemmt, dass es wahrscheinlich erotischer gewesen wäre, nichts zu zeigen und alles der Phantasie des Publikums zu überlassen.
Ich könnte jetzt noch was schreiben über klischeehafte Charaktere, langweilige 08/15-Beziehungsprobleme und … ach nee, ich lasse es einfach.
Wie sagte der katholische Filmdienst immer so schön: „Wir raten ab!“, und hier würde es tatsächlich sogar stimmen, denn sonst war dieser ikonische Satz ja für Genrefans eigentlich immer eine indirekte Anschau-Empfehlung.

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