USA, 2026, Netflix
Regisseur und Drehbuchautor Joe Carnahan macht seit Ende der Neunziger Filme, von denen mir die meisten allerdings nicht wirklich zugesagt haben. Angefangen von seinem 2007 zehn Jahre zu spät gekommenen Post-Tarantino-Flick „Smokin‘ Aces“ bis zur 2020er Action-Variante von „Täglich grüßt das Murmeltier“ namens „Boss Level“ waren sie mir zu simpel gestrickt, zu machohaft, und wollten aber immer auch mehr sein als waren und konnten.
Mit „The Rip“ beweist er nun, dass er auch anders kann.
Kurz nach der Ermordung seiner Vorgesetzten Captain Jackie Velez erhält Dane Dumars, Lieutenant einer Drogenspezialeinheit, einen anonymen Tipp zu einem geheimen Geldlager eines Kartells.
Dort eingetroffen finden er und sein Team jedoch nur eine junge Frau in dem Haus vor, die vorgibt von nichts zu wissen. Dank eines Geld-spürhundes finden sie jedoch eine Menge an Geld, die so viel größer ist als vermutet. Geld, das einige von ihnen vielleicht selbst gut gebrauchen könnten.
„The Rip“ bezieht seine Spannung aus dem Verhältnis der Charaktere untereinander und spielt durchaus gekonnt mit den Erwartungen des Publikums, ohne es jetzt mit Twists und Wendungen zu übertreiben.
Und auch wenn Matt Damon und Ben Affleck klar im Mittelpunkt des Interesses stehen, gibt der Film auch den anderen Rollen, die mit Steven Yeun, Teyana Taylor, Catalina Sandino Moreno und Sasha Calle nicht immer namhaft aber gut besetzt sind, ihren Raum. Die Charaktere sind dabei zwar nur soweit ausgearbeitet wie sie es für den Plot sein müssen, wirken aber in sich stimmig und glaubwürdig.
Allein die Frage, warum denn in den wenigen Actionsequenzen nur die Jungs mit den Waffen und Autos spielen dürfen, stellt sich irgendwie schon, so ganz kann Carnahan wohl immer noch nicht aus seiner Haut.
Nichtsdestotrotz ist ihm mit „The Rip“ ein dicht inszenierter und durchaus spannender Cop-Thriller gelungen, den ich von ihm so nicht erwartet hätte.

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