Deutschland, 1973
Der umherziehende Schäfer Jacob Precht, von allen nur Alaska genannt, weil er immer schon dorthin wollte, hat gerade ein Tal in Montana erreicht, in dem er mit seiner Herde überwintern will, als der Rancher Ben Johnson mit seinen jungen Söhnen Erick und Edy auftaucht und ihm zu verstehen gibt, dass er dort nicht bleiben könne. Im Schlepptau haben die drei einen gefesselten Lakota-Jungen, von dem sie behaupten, er sei ein Viehdieb, den sie seiner gerechten Strafe zuführen wollen.
Alaska beschließt sich den Anweisungen des Ranchers zu widersetzen, jedoch benötigt er wegen einer Verletzung Hilfe bei der Arbeit, und befreit deswegen den Lakota-Jungen und nimmt ihn bei sich auf.
Mit seinem jüngeren Bruder Marquard Bohm und seinem Ziehsohn Dschingis Bowakow in den Hauptrollen als Alaska und Tschetan drehte der Regisseur und Drehbuchautor Hark Bohm 1973 seinen Debütfilm im bayerischen Alpenvorland.
Der ruhig erzählte Western über die langsame Annäherung zwischen zwei einsamen Menschen, die aus verschiedenen Kulturen stammen, vermeidet sowohl die größtenteils auf Karl May zurückgehenden Helden-Klischees anderer Euro-Western dieser Zeit als auch die typischen Topoi amerikanischer Western, sondern findet eine ganz eigene Stimme und Stimmung, geprägt durch die zurückhaltende Kameraarbeit von Michael Ballhaus und den Fokus auf die Charaktere.
Auch wenn der Film in einer Zeit entstanden ist, in welcher der Begriff „Indianer“ noch zum normalen deutschen Sprachgebrauch gehörte (die Sensibilisierung für die Verwendung der kolonialistisch geprägten Fremdbezeichnung setzte hierzulande tatsächlich erst in den 2010er Jahren ein), gelingt es Hark Bohm mit wenigen aber prägnanten Szenen und Dialogen das Schicksal der indigenen Völker Nordamerikas von Ermordung und Vertreibung bis zur Umerziehung von Kindern nachzuzeichnen. Vor diesem Hintergrund ist die Besetzung der Rolle Tschetans mit seinem Adoptivsohn asiatischer Abstammung als Mitglied einer durch Rassismuserfahrungen ebenfalls marginalisierten Gruppe zumindest weniger problematisch als der damals noch weithin übliche Einsatz weißer Darsteller*innen in indigenen Rollen.
Die noch im Handel befindliche DVD ist so alt, dass sie noch über Extras (Presseheft zum Film) verfügt, auf die über ein entsprechendes Computerlaufwerk zugegriffen werden kann. Zudem ist das Bildformat noch in 4:3 codiert, d.h. es verfügt zwar über das korrekte Seitenverhältnis, wird aber auf modernen 16:9-Geräten mit Balken an allen (!!!) Seiten dargestellt, was sich nur durch eine gleichmäßige Zoomeinstellung beheben lässt, wobei die Bildqualität selbst erstaunlich gut bleibt.

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