USA, 2024
Es gab mal eine Zeit, da galt M. Night Shyamalan als Wunderkind Hollywoods, aber das ist jetzt auch schon 25 Jahre her. Sein Ruhm verflog nach ein paar wirklich guten Filmen (wobei ich „Six Sense“ immer überbewertet fand) recht schnell und erst mit seinen Fortsetzungen „Split“ und „Glass“ zu seinem besten Film „Unbreakable“ konnte er vor ein paar Jahren wieder echte Erfolge verbuchen.
Bei „Trap„, im Deutschen sinnloserweise um den ebenfalls englischen Zusatz „No Way Out“ ergänzt (was übrigens der Originaltitel eines ganz famosen Films mit Sidney Portier und Richard Widmark ist), war mir beim Anschauen gar nicht bewusst, dass es sich um das neueste Werk von Shyamalan handelte. Das wurde mir erst im Abspann klar.
Der große Twist des Films kommt recht früh und wurde sogar schon im Trailer verraten, weswegen ich im Folgenden auch kein Geheimnis daraus machen werde.
Die Teenagerin Riley Adams besucht zusammen mit ihrem Vater Cooper ein Konzert ihres Lieblingsstars, der Popsängerin Lady Raven. Ein Merchandise-Verkäufer erzählt Cooper, dass sich im Publikum der gesuchte Serienkiller „The Butcher“ befinden soll und dass das FBI das Konzert nutzen wolle, um diesen zu fangen; eine Nachricht, die Cooper in Alarmbereitschaft versetzt, ist er doch selbst der Butcher.
Josh Hartnett spielt den Familienvater anfangs durchaus sympathisch und auch die Chemie mit seiner Filmtochter Ariel Donoghue stimmt, aber spätestens wenn er die böse Seite seines Charakters zeigen soll, verfällt er doch in arg klischeehafte Manierismen. Und Shyamalans Tochter Saleka, die unter ihrem Vornamen tatsächlich als Sängerin unterwegs ist, mag zwar wirklich gut singen und tanzen können, schauspielern gehört aber leider so gar nicht zu ihren Talenten, wodurch die Szenen mit ihr doch sehr an Wirkung verlieren. So bleibt Alison Pill, die einst in „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ die Schlagzeugerin Kim spielte, als Rileys Mutter und Coopers Ehefrau, die Einzige, die es schafft ihrer Figur etwas Glaubwürdigkeit zu verleihen.
Und so scheitert die eigentlich schöne Idee, einen Serienmörder mal nicht als psychotischen Einzelgänger sondern im Zwiespalt zwischen Monster und Familienmensch zu zeigen, an einer oberflächlichen Charakterisierung und weitestgehend ebensolchen Darstellungsleistungen, sowie einem ehrlich gesagt ziemlich hanebüchenen Drehbuch, das nicht so genau weiß, was es sein will.
Ein guter Film ist es nämlich leider nicht wirklich.

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