Sowjetunion, 1972
In der Nacht vor der Hochzeit zwischen dem mutigen Ritter Ruslan und der bezaubernden Fürstentochter Ljudmila wird diese von einem magischen Sturm hinweggerissen. Voller Schmerz über den Verlust seiner Tochter, verkündet der Fürst, dass derjenige, der seine Tochter zurückbringe, ihre Hand erhalten würde, da Ruslan ja offensichtlich nicht in der Lage gewesen sei, sie zu beschützen.
Und so machen sich neben Ruslan auch seine drei Rivalen Rogdai, Farlaf, und Ratmir auf die Suche nach Ljudmila und erleben dabei zahlreiche gefährliche und phantastische Abenteuer.
Wie schon sein voriger Film „Das Märchen vom Zaren Saltan“ basiert auch „Ruslan und Ljudmila“ des russischen Regisseurs Alexander Lukitsch Ptuschko auf einem Werk des Nationaldichters Alexander Sergejewitsch Puschkin, dessen Verse er auf kongeniale Weise in märchenhafte Bilder zu übertragen weiß.
Die an Details und Ideenreichtum geradezu überbordenden Kulissen, Kostüme und Schauplätze, seien es verwunschene Wälder oder das unterirdische Reich des bösen Zauberers, und die wegweisenden Spezialeffekte machen den Film allein schon zu einem ganz besonderen Erlebnis, aber auch die Geschichte weiß über weite Strecken gut zu unterhalten. So wechselt die Erzählung immer wieder zwischen den Abenteuern der unterschiedlichen Recken und der gefangenen Ljudmila hin und her, deren Rolle sich eben nicht auf die der Damsel-in-Distress beschränkt, sondern die sich als überaus gewitzte und wehrhafte Gegnerin für den Zauberer und seine Schergen erweist.
Allein auf die politische mit deutlichem Nationalismus versehene Ebene um den Krieg gegen das Volk der Petschenegen, der gefühlt gegenüber Puschkins Epos sogar noch etwas mehr Platz eingeräumt wird, hätte ich gut und gerne verzichten können, was den Film zugleich auch um etwa eine halbe Stunde auf handlichere zwei Stunden verkürzt hätte.
Das Label Filmjuwelen hat „Ruslan und Ljudmila“ jetzt in einer wundervoll restaurierten Fassung auch in Deutschland auf Blu-ray veröffentlicht, die
neben der deutschen Sprachfassung auch die russische Originaltonspur mit optionalen neu übersetzten deutschen Untertiteln enthält, denen es deutlich besser gelingt die Poesie der Dialoge und Lieder wiederzugeben als der etwas steifen Synchronisation.

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