USA, Großbritannien, 1963
Bis das Blut gefriert dauert es im gleichnamigen Film von 1963 gar nicht mal lange, gelingen Kameramann Davis Boulton doch bereits in der Exposition wohl einige der schockierensten aber zugleich schönsten Bilder in der Geschichte des Gruselfilms, die selbst heute noch ihre Wirkung nicht verfehlen.
Seit seiner Erbauung vor fast hundert Jahren gilt der Landsitz „Hill House“ als verflucht, viele Bewohner*innen sind bereits auf tragische oder grausige Weise zu Tode gekommen. Der Parapsychologe Dr. Markway will nun mit Hilfe einer kleinen Gruppe von „psychisch empfänglichen“ Leuten, wie er sie nennt, dem Geheimnis auf die Spur kommen, unter ihnen die beiden sehr unterschiedlichen Frauen Eleanor und Theodora.
Neben der bereits erwähnten überaus stimmungsvollen Kameraarbeit und einem brillanten Sounddesign ist es vor allem Julie Harris‘ („Requiem for a Heavyweight„) Darstellung der Eleanor, die den Film trägt. Ihre angstvollen Blicke und ihre zerbrechliche Stimme, mit der sie die berühmten Worte „Wessen Hand habe ich gehalten?“ spricht, pflanzen all den Schrecken, den sie empfindet, unmittelbar in die Herzen und Köpfe der Zuschauenden.
So braucht Regisseur Robert Wise auch kaum weitere Spezialeffekte, um „The Haunting“ zu einem der besten und wirkungsvollsten Gruselfilme aller Zeiten zu machen.
Jan de Bont fehlte bei seiner Neuverfilmung „Das Geisterschloss“ von 1999 eben jenes Händchen für Stimmung und Schauspielkunst, bei ihm verkommt die von Wise psychologisch geschickt erzählte Geschichte zu einer lauten, entnervenden Geisterbahnfahrt.
Die vor ein paar Jahren auf Netflix veröffentlichte Serie „Spuk in Hill House“ habe ich noch nicht gesehen, obwohl sie sich schon recht lange auf meiner Watchlist herumtreibt, habe ich trotz guter Kritiken doch so meine Zweifel, dass sich der Stoff (ursprünglich basierend auf einem Roman von Shirley Jackson) dazu eignet auf die Länge von zehn Folgen ausgedehnt zu werden.

Kommentar verfassen