Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Peking Opera Blues“

Hongkong, 1986

Bewertung: 4 von 5.

Während des Bürgerkriegs in den 1920er Jahren kreuzen sich in einem kleinen Theater der Peking-Oper die Wege von Sheung Hung, einer herumreisenden Musikerin, die einen Koffer voller Juwelen gestohlen hat, Bai Niu, der Tochter des Theaterbesitzers, die gerne selbst auf der Bühne stehen würde (was Frauen versagt ist), und Tsao Wan, der Tochter eines korrupten Generals.
Im Laufe der Zeit entwickelt sich aus der Zweckgemeinschaft der drei Frauen eine echte Freundschaft.
Ein Jahr zuvor hatte Corey Yuen mit „Yes, Madam“ mit Michelle Yeoh und Cynthia Rothrock in den Hauptrollen erfolgreich die männliche Dominanz im Hongkong-Action-Kino aufgebrochen, während Tsui Hark nun gleich drei unterschiedliche weibliche Charaktere in den Mittelpunkt seines „Peking Opera Blues“ stellte.
Brigitte Lin perfektioniert hier als toughe, stets Anzug tragende Tsao ihren berühmten androgynen Look, während Cherie Chung als Sheung für die komödiantischen und Sally Yeh als Bai für die dramatisch-romantischen Momente zuständig ist.
Was als leichtfüßige Actionkomödie beginnt und im Mittelteil zum augenzwinkernden Verwirrspiel um Geschlechterrollen in Film, Theater und Gesellschaft wird, wandelt sich schließlich im letzten Drittel zum knallharten Actionspektakel mit blutigen Shoot-Outs und anderen Brutalitäten.
Die jüngst in den USA erschienene 4K-Disk lässt die farbenprächtige Ausstattung und die fulminante Kameraarbeit von Hang-Sang Poon in nie gesehener Brillanz erstrahlen. So macht Tsui Harks wohl berühmtester Film gleich noch viel mehr Spaß.



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