USA, 2025
Lange Zeit habe ich einen großen Bogen um den neuen Film von Paul Thomas Anderson gemacht, hatte mich der Trailer doch ebenso wenig abgeholt wie die Vorstellung mir drei Stunden lang anschauen zu müssen, wie ein gescheiterter Vater versucht seine entführte Tochter zu retten.
Eigentlich hätte ich ja auch selbst drauf kommen können, dass sich Anderson nicht mit einem solchen Klischee abgibt, aber naja, jetzt habe ich ihn endlich gesehen und war weitestgehend positiv überrascht.
Dass er bei mir nicht, wie bei vielen anderen, zu den besten Filmen des Jahres 2025 zählt, liegt dabei zum ganzen Teil an persönlichen Vorlieben bzw. Abneigungen, doch dazu später mehr.
Überspitzt ausgedrückt ist „One Battle After Another“ ein Film über Schwarze Frauen, die alles im Griff haben (naja, zumindest fast alles) und (alte) weiße Männer, die nichts im Griff haben, am wenigsten sich selbst.
Leonardo DiCaprio als ehemaliger Angehöriger einer linksextremen Terrororganisation, der sich mittlerweile dem Kiffen und Saufen hingegeben hat, und Sean Penn als sein Gegenspieler Col. Lockjaw, legen ihre Figuren immer mal wieder knapp unterhalb der Karikatur an, was aber letztendlich zur satirischen Ebene des Films passt.
Regina Hall, Teyana Taylor und Newcomerin Chase Infinity bilden den toughen, weiblichen, Schwarzen Gegenpol und über weite Strecken die Triebfeder des Films, auch wenn DiCaprio und Penn die Hauptaufmerksam der Erzählung gilt. Aber insbesondere, dass Infinity als entführte Tochter Willa mehr sein darf als ein bloßes Plot-Device, habe ich dem Film hoch angerechnet.
Doch nun zu meinen persönlichen Kritikpunkten: gerade am Anfang erschien mir der Film unschlüssig, wo er denn hinwolle, fügten sich die Action- und Satire-Elemente für mich noch nichts so recht zusammen wie sie es im späteren Verlauf des Films tun. Kann aber auch an der Erwartungshaltung gelegen haben, mit der ich an den Film herangegangen bin.
Allerdings empfand ich ihn insgesamt als ein wenig zu lang, etwas Straffung hätte ihm in meinen Augen gut getan.
Und zu guter Letzt: ich finde diese Form der Darstellung von Menschen unter Drogeneinfluss einfach nicht witzig, sondern extrem anstrengend, das war schon in „Fear and Loathing in Las Vegas“ so und ist hier größtenteils nicht anders.
Davon abgesehen bietet der Film jede Menge überaus gelungene Spitzen gegen die extremistischen Auswüchse der amerikanischen White Power-Bewegung, zeichnet deren Gefährlichkeit aber gleichzeitig auch in durchaus realistischen Farben.

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