USA, 2019
Die Malerin Dezzy steckt seit Monaten in einer Schaffenskrise und ihr Agent, ihre Galeristin und ihr Vermieter sitzen ihr im Nacken und wollen entweder Ergebnisse oder Geld von ihr. Auf der Suche nach Inspiration wendet sie sich an ihren Dealer und bekommt von ihm eine neue starke Droge namens „Bliss“, die offensichtlich zum Erfolg führt, denn am nächsten Morgen zeigt das Bild, an dem sie arbeitet, erste Fortschritte, doch erinnern kann sie sich an nichts.
Regisseur und Drehbuchautor Joe Begos, dessen Weihnachts-Slasher „Christmas Bloody Christmas“ ich seinerzeit ziemlich knorke fand (vielleicht kommt dazu am Wochenende ein neues Review), kombiniert in „Bliss“ den Vampirmythos mit Drogenthematik, allerdings nicht wie Abel Ferrara in „The Addiction“ als philosophische Metaebene sondern gewürzt mit gut gemachten Splattereffekten als astreinen und harten Genrefilm.
Die Idee, Drogeneinfluss durch verwackelte Kameraeinstellungen und Lichteffekte darzustellen, ist wahrlich nicht neu, wird von Kameramann Mike Testin hier aber sehr konsequent und gelungen umgesetzt.
Hinzukommen nette Variationen bekannter Vampirmythen (Spiegelszene), mit Dora Madison Burge eine Hauptdarstellerin, die in der Lage ist sowohl die menschliche als auch die animalische Seite ihrer Rolle darstellerisch und körperlich auszufüllen, endlich mal Sex und Nacktheit in einem Genrefilm, die mehr zur Geschichte und Stimmung beitragen als puren Voyeurismus oder Sexismus, und ein rockig-metalischer Soundtrack, von dem ich nur die Doom-Metalbands Electric Wizard und Doomriders kannte, und fertig ist ein schöner, kleiner, knackiger Independent-Horrorfilm, der in seinen besten Momenten geradezu ekstatisch, in seinen schwächeren aber immer noch hochgradig unterhaltsam ist.

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